Tipps für den ersten Druck

Die Bedienungsanleitung für den CraftBot ist sehr detailliert ausgeführt,  insbesondere was den Bereich der Inbetriebnahme und der ersten Einstellungen betrifft. Einige ergänzende Informationen haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt, diese beziehen sich auf das Kapitel 3 und 4 der CraftBot Bedienungsanleitung.

Hinweis : Die unten abgebildeten Screenshots könnten veraltet sein , bedingt durch eine neuere Version der Craftware Software oder durch eine Anpassung der Standardprofile an neue Anforderungen !

  1. Wir gehen davon aus, das Sie die Anleitung bis Kapitel 3 bereits gelesen haben.

  2. In aller Kürze : Lassen Sie die Extruderdüse auf 215 Grad ( PLA ) oder 240 Grad ( ABS ) aufheizen. Unter Einstellungen finden Sie ein Symbol mit 3 Punkten, bitte tippen Sie es an, um den Vorgang der Druckbetteinstellung zu starten. Folgen Sie den Anweisungen und stellen Sie den Abstand zwischen Düse und Druckbett so ein, das sich die “ Spacer card “ ( es funktioniert ebenfalls mit einer Visitenkarte von 0.3mm Dicke ! ) mit geringem Widerstand zwischen Düse und Druckbett bewegen läßt.                                                                          First print_LCD Start_Text                   First print_LCD_settings_Text


  3. Ursache der meisten anfänglichen Probleme sind inkorrekte Druckbettnivellierungen , daher ist es wichtig, die Handgriffe in Kapitel 3 der Anleitung sicher zu beherrschen.Einen gesonderten Eintrag, die erste gedruckte Schicht betreffend, finden Sie hier . Ist der Abstand zwischen Düse und Druckbett zu groß, wird das Material nicht sehr gut haften, es besteht die Gefahr, das die ersten Filamentlinien vom Druckbett weggezogen werden. Ist der Abstand zu gering, kann die Düse im schlimmsten Fall das Druckbett beschädigen, in jedem Fall kann das Filament nicht in genügendem Maße aus der Düse austreten und es werden sehr ungleiche, grobe Drucklinien erzeugt. Hierbei ist es gut möglich, das der Druck innerhalb der Düse so groß wird, das diese verstopft, hörbar durch ein klickendes Geräusch des Extrudermotors der überspringt,  auch “ Clogging “ genannt. Der Drucker wird dadurch nicht beschädigt, allerdings muß das Filament neu in den Druckkopf eingeführt werden, da das Zahnrad auf der Achse des Extrudermotors den Filamentfaden abgeschleift hat. Abhilfe schafft hier eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn an den drei Einstellungsknöpfen und ein erneuter Versuch. Bitte führen Sie die Druckbettnivellierung immer mit bereits erhitzter Düse und erhitztem Druckbett durch ! Dadurch werden verhärtete Rückstände an der Düse weich und können entfernt werden und es werden ebenfalls Verformungen des Druckbetts durch Spannungen im Metall vermieden !

  4. Die nachfolgenden Tipps beziehen sich auf Kapitel 4 der Anleitung.

  5. Kaufen Sie sich eine digitale Schieblehre. Die Basis eines guten Drucks ist abhängig davon , wie gut der Durchmesser des Filamentdrahtes ermittelt und in den Einstellungen der Slicer Software hinterlegt wird. Dazu sollte der Durchmesser des Filamentdrahtes  an verschiedenen Stellen ermittelt werden , dabei ist zu erkennen, daß das Filament einen leicht ovalen Querschnitt besitzt. Der Mittelwert der Messungen ist der Wert, der in der Software unter Filamentdurchmesser eingetragen werden sollte. Meistens beträgt der Durchmesser bei den üblichen Filamenten 1.74mm, Abweichungen von 0.01mm, wie im Bild , sind bereits mit bloßem Auge sichtbar.                                                                                                                                                                                                                                                                                          First print_caliper_neu

  6. Um die neuen Einstellungen zu testen, wird meistens der bekannte ( berühmte ) Kalibrierwürfel mit den Abmessungen 20x20x10mm benutzt. Selten wird der relativ einfache Würfel ohne deutlich sichtbare Unebenheiten ausgedruckt.callibratie box 20x20x10Sie können das Modell hier herunterladen.  EDIT: Es hat sich herausgestellt, daß es besser ist, zwei Würfel gleichzeitig zu drucken. Bei Objekten dieser Größe hat die Temperatur einen enormen Einfluß : Die untere Lage ist noch nicht vollkommen abgekühlt, während die neue Lage bereits gedruckt wird, was letztlich zu Verformungen führt. In der Craftware Software kann ein Objekt, das mit dem “ Add “ Button geladen wurde mit Hilfe des “ Move “ Buttons bewegt oder durch gleichzeitiges Betätigen der “ Alt “ Taste kopiert werden. Danach lassen sich die Objekte mit “ Realign “ verteilen. Das Dateiformat des Modellwürfels bezeichnet man als STL Datei ( Stereo Lithographic , entwickelt in den 1980er Jahren durch die USAmerikanische Firma 3DSystems ) es ist das am meisten verwendete Format im Bereich des 3D Drucks und fungiert als Schnittstelle zwischen 3D ( CAD ) Designprogrammen und dem für 3D Drucker verständlichen gcode ( Maschinencode ) Weitere Informationen über das STL Format finden Sie hier . Fast alle Modelle auf der Webseite Thingiverse sind als STL Datei hinterlegt.

  7. Die neueste Version der Slicer Software Craftware von Craftunique können Sie auf dieser Seite herunterladen : http://www.craftunique.com/craftware

  8. Wenn Sie die Craftware Software zum ersten Mal öffnen , sollten Sie zu Beginn die Objekte, die beim ersten Mal standardmäßig geladen werden , entweder löschen oder ein neues Projekt anlegen. Laden Sie nun die Datei des Würfels , den Sie bei Thingiverse heruntergeladen haben. Positionieren Sie ihn mit Hilfe von “ Move / Realign “ in der Mitte des virtuellen Druckbetts.reallign

  9. So wechseln Sie in den “expert mode” ;-)                                                                                                                                                                                                                                     
    First print_expert mode_Text


  10. Empfehlenswert wäre es, die Einstellungen der Craftware Software unter “ Options “ , der Button rechts unten in braun ,  zu kontrollieren. Hier gibt es nähere Informationen zu den einzelnen Profilen.

  11. Betätigen Sie den Button “ Slice „, dieser ist im mittleren, rechten Bereich unter “ Support “ zu finden. Die Standardeinstellungen der Software sind brauchbar, ein paar Probleme haben sie dennoch. Um Sie bestmöglichst zu unterstützen, ist es wichtig, daß sie die aktuellen Profile geladen haben. Dies können Sie folgendermaßen erreichen :   Laden Sie das  standaard profiel voor PLA für den Craftbot durch Rechtsklick auf den Link und “ Ziel speichern unter “ auf Ihren PC bzw. Laptop herunter.In der Craftware Software klicken Sie nun, wie schon beschrieben, auf den Button “ Slice “ , danach auf “ Import “ und suchen Sie dann den Speicherort, bzw. die Datei , die Sie gerade heruntergeladen haben, laden Sie diese und speichern Sie sie erneut unter einem anderen Namen, z.B. CraftBotPLA, ab.


  12.  Im Expertenmodus können die Einstellungen des “ Slicens “ den Anforderungen angepaßt werden : Insbesondere der bestehende Wert in “ Basic // Filament diameter “ sollte durch den von Ihnen nachgemessenen Wert ersetzt werden. Empfohlene Einstellungen für den Infill sind “ parallel lines „, der Wert für die Dichte “ density “ 25 %.

     

  13. Im Menu “ Advanced “ ist der wichtigste einzustellende Wert die Druckgeschwindigkeit “ Draw speed „: 60mm/s stellen einen mittleren , verläßlichen Wert für die Druckgeschwindigkeit dar. Für detailreiche oder sehr kleine Druckmodelle sollte allerdings eine niedrigere Geschwindigkeit von z.B. 40mm/s gewählt werden. Für sehr große Modelle ist eine höhere Geschwindigkeit von 80mm/s und darüber hilfreich, da der gesamte Druckvorgang andernfalls unnötig verlängert wird. Voraussetzung hierfür ist eine aktuelle Version der Firmware.draw speedUm zu erreichen, daß der Druck auch gut aussieht , sollte die Druckgeschwindigkeit der außen liegenden Schichten reduziert werden, ein akzeptabler Wert wäre 50 %, bei einer Druckgeschwindigkeit von 40mm/s würden hierbei die Außenschichten mit 20mm/s gedruckt. Zu finden ist diese Einstellung unter Basic // Vertical shell // Perimeter speed.

  14.  Der Vollständigkeit halber, aber nicht notwendig für den ersten Druck, sei hier erwähnt , was im Menü unter “ Foundation “ eingestellt werden kann. In diesem Menü kann eine  Stützstruktur , das sogenannte “ Fundament “ unter dem bestehenden Modell erzeugt werden. Für die meisten Modelle ist dies unnötig , hat das Modell aber nur wenige Berührungspunkte mit dem Druckbett, kann mit Hilfe des Fundaments, auch “ Raft “ genannt , die Berührungsfläche vergrößert werden. Dies soll eine Ablösung des Modells während des Drucks verhindern , das Modell befindet sich auf dem gedruckten “ Raft „.raftDie Option “ Skirt “ soll vor dem Druck für eine gleichmäßige , erste Schicht sorgen, bzw. die Extruderdüse “ vorbereiten “ , es handelt sich um eine Linie neben dem eigentlichen Modell, deren Abstand und Länge einstellbar ist.2015-08-25_21-35-35Die Option “ Brim “ erzeugt bei Aktivierung mehrere Linien rund um das eigentliche Druckobjekt und wird meistens für Drucke mit ABS benötigt. ABS reagiert sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen , die zu einer Verformung , dem sogenannten “ Warping “ führen können. Die Struktur “ Brim “ soll helfen , die Haftung von ABS auf dem Druckbett zu verbessern und “ Warping “ zu verhindern. Das Modell befindet sich hier innerhalb der “ Brim “ Struktur.brim

  15. Sehr wichtig ist die richtige Wahl der Düsentemperatur ! Auf unserer Internetseite finden Sie die empfohlenen Temperatureinstellungen für die verschiedenen Filamentarten. Für den Anfang empfehlen wir den Druck mit PLA Filamenten , da sich dieses Material als das mit den wenigsten Problemen erwiesen hat , die Düsentemperatur liegt hier bei 215 Grad Celsius.  Falls Sie als Beschichtung mit einer Kaptonfolie arbeiten , ist ein beheiztes Druckbett unnötig , die Heizfunktion kann aber natürlich trotzdem genutzt werden. Bei einer Beschichtung mit Kaptonfolie ist es zwingend notwendig, daß das Druckbett absolut fettfrei ist. Um dies zu gewährleisten , wird eine Reinigung mit Alkohol empfohlen. Die Haftung auf der Kaptonfolie läßt sich durch Sprühbeschichtung mit “ Gravity spray “ noch weiter verbessern . Bei einer Druckbettemperatur von 60 Grad Celsius ist die Haftung optimal, nach dem Druck und nach Abkühlen des Druckbetts löst sich das Modell fast von alleine vom Druckbett                                                                                                                           .First print_ Temperature_Text

     


  16. Unter dem Reiter “ Gcode “ finden Sie einige, nicht standardmäßige Einstellungen : Allen voran die Einstellung für die Erhöhung des Arbeitsstroms der Schrittmotoren (dies soll die Wahrscheinlichkeit vermindern , daß der Motor Schritte “ überspringt “ ) eine andere Einstellung läßt ein wenig Filament außerhalb des Druckbetts austreten, um die Düse auf den Druck       “ vorzubereiten “ eventuelle abgekühlte und verhärtete PLA Rückstände werden hierbei beseitigt bzw. ausgestossen. Weitere Informationen erhalten Sie hier : Beitrag mit Profildateien  First print_gcode_Text

  17. Wenn Sie alle bisherigen Schritte befolgt haben , können Sie nun endlich auf den Button “ Slice “ drücken und die Gcode Datei erzeugen lassen.

  18. Danach sollten Sie das 3D Bild kontrollieren. Sind fremde Objekte sichtbar, so ist dies meist ein Zeichen dafür , das  “ Support “ Strukturen eines vorherigen Modells nicht vor dem “ Slicen “ gelöscht wurden. Gelöscht werden diese durch Betätigen von “ Clear all support “ . Beim erneuten “ Slicen “ sollte jetzt alles in Ordnung sein. First print_support_Text

  19. Nach dem “ Slicen “ kann der, aus dem Modell erzeugte ,  Gcode abgespeichert werden : Die beste Vorgehensweise ist die Speicherung auf einem USB Stick , der unmittelbar danach oben in die USB Buchse des CraftBot gesteckt werden kann.  First print_sliced object_Text

  20. Mit Hilfe der Menüs auf dem LCD Touchscreen kann der Druckvorgang gestartet werden , das Aufheizen der Düse und des Druckbetts erfolgt hierbei automatisch.

  21. Nach dem Druck der Testbox sollte diese eine geschlossene Oberfläche besitzen ,  d.h. keine Schichten, die sich voneinander lösen , keine Außenschichten die zu dick ausgedruckt wurden oder das Loslösen des Modells vom Druckbett. Sollten die Außenschichten nicht gerade sondern nach oben breiter werdend ausgedruckt worden sein, kann dies auf eine “ Überextrusion “ hinweisen In diesem Fall muss der Filamentdurchmesser in der Craftware Software in 0.05mm Schritten angepaßt werden. Dabei verhalten sich die Anpassungen genau umgekehrt zu den erwarteten Einstellungen : Ein höherer Wert verursacht eine geringere Extrusion, also weniger Filamentausstoß, ein niedrigerer Wert bedeutet mehr Filament.

  22. Der nachfolgende Schritt erklärt den Druck von Modellen , die eine Stützstruktur , den sogenannten “ Support “ benötigen. Erfahrungsgemäß ist bei einer Schichthöhe von 0.3mm und einem Überhang ab 45 Grad , bei einer Schichthöhe von 0.1mm und einem Überhang ab 70 Grad eine Stützstruktur nötig. Der Trick bei Erstellung einer Stützstruktur ist einerseits sicherzustellen , das eine ausreichende Unterstützung gegeben ist , sich die ausgedruckten “ Support “ Strukturen andererseits nach dem Druck einfach entfernen lassen.  Die angezeigten Einstellungen sollen den Weg zu akzeptablen Stützstrukturen zeigen. duck supFür diesen Test wird unser Avatar genutzt: “ Evil duck “ , aber auf Thingiverse sind zahllose andere Möglichkeiten zu finden.


  23. Ein etwas normaleres Testobjekt (von ctrlV) ist hier zu finden. test objectEin architektonisches Modell wurde von uns designed und mit verschiedenen Slicer Programmen getestet , Sie finden es  hier . Es gibt eine einfache sowie eine ausführlichere Version.Craftware (28)

Erfolg ! Falls jetzt noch etwas unklar ist, lassen Sie es uns wissen !

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